Diskriminierungserfahrungen teilen. Politisch etwas bewegen.

Zahlen und Zitate sind die wichtigsten Argumente in unserer Arbeit, wenn es darum geht, politisch für das Thema Gewichtsdiskriminierung zu streiten. Sie machen Gewichtsdiskriminierung sichtbar. Sie machen deutlich, dass Handlungsbedarf besteht. Wenn Sie in Sachsen leben, können Sie etwas dazu beitragen, dass uns diese Fakten zur Verfügung stehen, denn gerade findet eine Befragung zum Thema Diskriminierung in Sachsen statt.

Wer Diskriminierung anhand des äußeren Erscheinungsbildes erfahren hat, kann anschließend angeben, um was es dabei konkret ging. Zur Auswahl steht dann auch Körpergewicht bzw. Körperform. Über den späteren Studienbericht können Sie so einen wichtigen Beitrag zu unserer politischen Arbeit leisten. Sie geben uns damit die Instrumente in die Hand, um für von Gewichtsdiskriminierung Betroffene erfolgreich zu streiten.

Politik

Ein Landesantidiskriminierungsgesetz für Baden-Württemberg – eins mit Gewicht

In diesem Jahr werden in sechs Bundesländern die Karten neu gemischt. Darin könnte auch eine Chance für das Thema Gewichtsdiskriminierung … „Ein Landesantidiskriminierungsgesetz für Baden-Württemberg – eins mit Gewicht“ weiterlesen

Update zu unserer Petition an den Bundestag

Wir fordern einen rechtlichen Schutz vor Gewichtsdiskriminierung und fiebern dem Moment entgegen, wo unsere Petition veröffentlicht wird und unterzeichnet werden … „Update zu unserer Petition an den Bundestag“ weiterlesen

Petition beim Bundestag eingereicht: Wir fordern den Schutz vor Gewichtsdiskriminierung!

Ein Cuxhavener Hotel schließt dicke Menschen aus. Die Hotelbetreiberin fühlt sich durch den Anblick gestört: „Also ich finde es persönlich … „Petition beim Bundestag eingereicht: Wir fordern den Schutz vor Gewichtsdiskriminierung!“ weiterlesen

Ein Landesantidiskriminierungsgesetz für Baden-Württemberg – eins mit Gewicht

In diesem Jahr werden in sechs Bundesländern die Karten neu gemischt. Darin könnte auch eine Chance für das Thema Gewichtsdiskriminierung liegen. Berlin hat es vorgemacht: Auf Landesebene wurde hier 2020 ein Landesantidiskriminierungsgesetz (LADG) verabschiedet. In Baden-Württemberg läuft aktuell ein Online-Aufruf diesem Beispiel zu folgen. Über 60 Organisationen und Initiativen aus Baden-Württemberg sind als Erstunterzeichnende dabei – darunter auch die Gesellschaft gegen Gewichtsdiskriminierung. Sie fordern die neue Landesregierung auf, eine LADG für Baden-Württemberg zu erarbeiten.

„Über die sechs im AGG genannten Diskriminierungskategorien hinaus geben von Diskriminierung Betroffene primär an, dass sie anhand äußerlicher Merkmale Diskriminierung erfahren. Gewicht wird dabei am häufigsten genannt“, so unsere Vorsitzende, Natalie Rosenke in Ihrem Statement zum Aufruf. „Ein Landesantidiskriminierungsgesetz könnte auch diese Schutzlücke schließen, indem es Gewicht als eigene Diskriminierungskategorie auflistet.“

Bitte unterstützen Sie dieses Vorhaben, indem Sie den Aufruf ebenfalls unterzeichen: www.aufruf-ladg.de

Update zu unserer Petition an den Bundestag

Wir fordern einen rechtlichen Schutz vor Gewichtsdiskriminierung und fiebern dem Moment entgegen, wo unsere Petition veröffentlicht wird und unterzeichnet werden kann. Sie muss hierfür mehrere Schritte durchlaufen, daher können wir aktuell nicht genau sagen, wann das sein wird. Wir haben deshalb einen Newsletter „Petition“ eingerichtet, für den Sie sich hier anmelden können. Über diesen Newsletter werden wir ausschließlich Informationen zu unserer Petition versenden.

Petition beim Bundestag eingereicht: Wir fordern den Schutz vor Gewichtsdiskriminierung!

Ein Cuxhavener Hotel schließt dicke Menschen aus. Die Hotelbetreiberin fühlt sich durch den Anblick gestört: „Also ich finde es persönlich diskriminierend, dass ich so einen Anblick ertragen muss“, sagt sie gegenüber Radio Bremen. Was in der Presse als einzelne Schlagzeile erscheint, ist jedoch nur die Spitze des Eisbergs: Benachteiligungen von dicken Menschen sind in Deutschland an der Tagesordnung, sei es auf dem Arbeitsmarkt, bei der Wohnungssuche oder im Gesundheitswesen. Wir haben daher eine Petition beim Petitionsauss des Bundesstages eingereicht.

Wir fordern einen wirksamen, gesetzlich verankerten Schutz vor Gewichtsdiskriminierung in privatrechtlichen Verhältnissen: die Erweiterung von § 1 des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) um den Diskriminierungstatbestand „Gewicht“.

Sobald die Petition unterschrieben werden kann, werden wir den Link auf unserer Website veröffentlichen.

Pressemitteilung
Gesellschaft gegen Gewichtsdiskriminierung fordert Aufnahme eines Diskriminierungstatbestands „Gewicht“ ins Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG)

Petition

Wortlaut der Petition
Schutz vor Gewichtsdiskriminierung gesetzlich verankern!
Benachteiligungen von dicken Menschen sind in Deutschland an der Tagesordnung, sei es auf dem Arbeitsmarkt, bei der Wohnungssuche oder im Gesundheitswesen. Wir fordern daher einen wirksamen gesetzlich verankerten Schutz vor Gewichtsdiskriminierung in privatrechtlichen Verhältnissen: § 1 des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) muss um den Diskriminierungstatbestand „Gewicht“ erweitert werden!

Begründung
Diskriminierung anhand eines hohen Körpergewichts geschieht täglich, überall und sie betrifft immer mehr Menschen. Zu einem hohen Anteil findet sie im Bereich der privaten Wirtschaftsbeziehungen statt, also im Berufsleben, in den Bereichen Mobilität und Freizeit sowie Gesundheit und Pflege. 78 Prozent der erwachsenen deutschen Bevölkerung haben Vorurteile gegenüber dicken Menschen oder widersprechen diesen nicht, zeigt die Studie „Stigmatisierende Einstellungen zur Adipositas in der deutschen Bevölkerung“. In einer repräsentativen Umfrage von forsa im Auftrag der DAK gaben 15 Prozent an, dass sie bewusst den Kontakt zu dicken Menschen meiden. Angesicht dieser Zahlen sieht die Bevölkerungsmehrheit Handlungsbedarf. In einer Studie der Universität Leipzig sprachen sich beispielsweise 60 Prozent der Befragten für einen Schutz vor Gewichtsdiskriminierung auf dem Arbeitsmarkt aus.

Bislang gibt es für dicke Menschen keine Möglichkeit, sich gerichtlich zur Wehr zu setzen. Sebastian Bickerich, Pressesprecher der Antidiskriminierungsstelle des Bundes, gegenüber der Bild: „Nur wenn Übergewicht die Schwelle einer Behinderung erreicht, besteht Diskriminierungsschutz. Deshalb dürfte es für Betroffene schwer sein, unter Verweis auf das AGG gegen [diskriminierende] Bestimmungen […] gerichtlich vorzugehen.“ Seine Empfehlung: „Der Gesetzgeber sollte prüfen, ob der in Deutschland recht eng gefasste Katalog der geschützten Merkmale ausgeweitet beziehungsweise präzisiert werden sollte.“

Auch in den Handlungsempfehlungen der Repräsentativbefragung „Diskriminierungserfahrungen in Deutschland“ (2017) heißt es: „Die vielen Diskriminierungserfahrungen, die Personen anhand äußerlicher Merkmale, insbesondere anhand des Gewichts, erlebt haben, belegen den dringenden Handlungsbedarf, für diese Personen eine Möglichkeit zu schaffen, sich gegen ihre Diskriminierungserfahrungen zur Wehr zu setzen“.

Wir fordern daher: „Gewicht“ in § 1 des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) aufnehmen und dicke Menschen effektiv vor Gewichtsdiskriminierung schützen!

Gesundheit

Ist hohes Gewicht ein Risikofaktor innerhalb der Pandemie?

Zu diesem Thema hatten wir Anfang Mai mit unserem Beiratsmitglied Dr. Friedrich Schorb gesprochen. Jetzt wurde das Thema nochmals von … „Ist hohes Gewicht ein Risikofaktor innerhalb der Pandemie?“ weiterlesen

Forschungsvorhaben “Körperakzeptanz & Gewicht“

Wir freuen uns immer wieder, wenn uns Forschungsanfragen erreichen, da die Ergebnisse unsere Arbeit für Euch überhaupt erst möglich machen. … „Forschungsvorhaben “Körperakzeptanz & Gewicht““ weiterlesen

Dünne Datenlage für dicken Risikofaktor

“Verlauf von Covid-19: Risikofaktor Übergewicht“ so titelte SPIEGEL Online (SPON) am 11. Mai. Wir haben dazu mit Dr. Friedrich Schorb … „Dünne Datenlage für dicken Risikofaktor“ weiterlesen

Ist hohes Gewicht ein Risikofaktor innerhalb der Pandemie?

Zu diesem Thema hatten wir Anfang Mai mit unserem Beiratsmitglied Dr. Friedrich Schorb gesprochen. Jetzt wurde das Thema nochmals von der Süddeutschen Zeitung und Spiegel Online aufgegriffen. Dr. Schorb hat sich beide Artikel genauer angesehen:

Risikofaktoren für Vorurteile

Mit den Überschriften “Risiko Fettleibigkeit“ und “Forscher weisen höheres Sterblichkeitsrisiko durch Fettleibigkeit nach“ verweisen Süddeutsche Zeitung und Spiegel Online auf eine britische Studie zu Risikofaktoren für die Sterblichkeit von Covid-19-Patient*innen. Weder Süddeutsche Zeitung noch Spiegel Online nennen in ihren Artikeln konkrete Zahlen, wie stark denn nun die Sterblichkeit durch “Fettleibigkeit“ bei Covid-19-Patient*innen erhöht ist. Dafür sind beide Artikel mit Bildern sogenannter “headless fatties“ illustriert, also mit Fotos von dicken Menschen ohne Kopf, dafür aber mit entblößten oder leichtbekleideten Bauch.

Der Fachartikel aus dem British Medical Journal auf den sich sowohl Spiegel Online und Süddeutsche Zeitung beziehen, befasst sich mit dem Einfluss von Vorerkrankungen auf das Sterblichkeitsrisko von Covid-19-Patient*innen in Großbritannien. Neben dem hohen Lebensalter, dem mit Abstand höchsten Risiko für Covid-19-Patient*innen, werden in einer Tabelle eine Reihe weiterer chronischer Erkrankungen genannt, die die Sterblichkeit für Covid-19 moderat erhöhen. In dieser Auflistung steht auch hohes Körpergewicht, definiert hier als BMI größer 30. Allerdings erwähnt der Artikel auch, dass nur 11 Prozent der beobachteten rund 20.000 Patient*innen einen BMI größer 30 hatten. Nach aktuellen Erhebungen haben aber fast 30 Prozent der erwachsenen britischen Bevölkerung einen BMI im entsprechenden Bereich.

Der Artikel kann dafür keine zufriendenstellende Erklärung anbieten. Mutmaßlich hätten nicht alle Ärzt*innen den BMI bei der Einweisung der Patient*innen erfasst. Was nicht im Artikel steht: Mutmaßlich haben die Ärzt*innen den BMI vor allem bei denjenigen Patient*innen erfasst, die ganz offensichtlich hochgewichtig waren, also einen BMI deutlich über 30 hatten. In jedem Fall hat die Studie durch die lückenhafte Erfassung keine Aussagekraft mehr für die Frage, ob hohes Körpergewicht ein Risikofaktor für Covid-19-Patient*innen darstellt. Dementsprechend wird in der Veröffentlichung auch gar nicht weiter darauf eingegangen – dafür aber umso ausführlicher auf andere Risikofaktoren.

Wer hingegen die Überschriften von SZ und Spiegel Online liest und die dazugehörigen Bilder sieht, bekommt einen gänzlich anderen Eindruck. Hier wird suggeriert, erhöhte Sterblichkeit aufgrund des Körpergewichts sei das zentrale Ergebnis der Studie. Was wiederum vor allem eines beweist: Risikofaktoren für Vorurteile sind irreführende Überschriften und stigmatisierende Bilder.

SPON
Covid-19-Beobachtungsstudie: Forscher weisen höheres Sterblichkeitsrisiko durch Fettleibigkeit nach

SZ
Covid-19: Risiko Fettleibigkeit

Forschungsvorhaben “Körperakzeptanz & Gewicht“

Wir freuen uns immer wieder, wenn uns Forschungsanfragen erreichen, da die Ergebnisse unsere Arbeit für Euch überhaupt erst möglich machen. Wir möchten Euch daher bitten, an folgender Umfrage zum Thema “Körperakzeptanz & Gewicht“ teilzunehmen.

https://www.soscisurvey.de/bodyaccept/

Informationen zum Forschungsvorhaben von der Leiterin des Projekts:

Hallo zusammen,

im Rahmen meiner Forschungsarbeit an der Universität Bamberg forschen mein Team und ich aktuell zum Thema “Körperakzeptanz & Gewicht“. Hierzu haben wir eine Online-Studie erstellt und freuen uns sehr, wenn möglichst viele von Ihnen daran unter folgendem Link teilnehmen:

https://www.soscisurvey.de/bodyaccept/

Insbesondere möchten wir herausfinden, was Menschen dabei hilft, ihren Körper zu akzeptieren – und zwar unabhängig von ihrem Gewicht und ihrer Figur – und warum das teilweise auch schwierig sein kann. Dabei interessiert uns Ihre Meinung – egal ob Sie Ihren Körper aktuell eher mehr oder weniger akzeptieren können, egal wie alt Sie sind, wie fit oder welchem Geschlecht Sie sich zuordnen. Die Teilnahme an unserer internationalen Studie ist auf deutsch oder englisch möglich. Die Teilnahmen dauert ca. 30 Minuten und funktioniert am Bestem am PC/Laptop, die Teilnahme ist aber auch über das Smartphone möglich. Weitere Infos und Videos, auf denen ich kurz etwas zu mir und zur Studie sage finden Sie auch hier: 

https://www.instagram.com/jana.research/ 
https://www.facebook.com/bodyaccept.research/

Wir wünschen Ihnen viele interessante Gedankenanstöße durch unsere Studie und freuen uns auch, wenn Sie diese Einladung zur Teilnahme in Ihrem Bekanntenkreis weiterleiten.

Schon jetzt vielen Dank für jede Unterstützung unseres Projekts,

Herzliche Grüße

Dr. Jana Knodt