SUIT YOUR BODY – Gewichtsdiskriminierung als Hörspiel zu Wasser gelassen

Im Herbst letzten Jahres hat das Team von Frauen und Fiktion unsere Vorsitzende, Natalie Rosenke, interviewt. Auf Basis des 4-stündige Sofagesprächs ist ein Hörspiel-Feature entstanden. Aufgrund der aktuellen Situation feiert das Stück jetzt erstmal Online-Premiere: Diesen Samstag (27. Februar) in einer Hörspielfassung über die Website des TD Berlin.

Das Stück wird an insgesamt 3 Abenden zu hören sein. Die Tickets gibt’s bei www.td.berlin ab 5,50 EUR. Am Abend der Premiere ist unsere Vorsitzende im anschließenden Gespräch dabei und freut sich auf Ihre Fragen. Weitere Informationen finden Sie im nachfolgenden Text von Frauen und Fiktion.

SUIT YOUR BODY
von Frauen und Fiktion
Online-Premiere der Hörspielfassung am 27. Februar 2021, 20:00 Uhr
Weitere Termine: 28. Februar & 7. März je 20:00 Uhr / 8. März ganztägig on demand beim TD Berlin.

In SUIT YOUR BODY hinterfragen Frauen und Fiktion gesellschaftliche Schönheitsnormen. Auf Basis eines Interviews mit Natalie Rosenke, einer Expertin für das Thema Gewichtsdiskriminierung, kreieren sie einen Raum, in dem alle Körper erwünscht sind. Ein Frauen*chor leitet uns vorbei an Echokammern des Körperhasses in den Resonanzraum des eigenen Körpers. Die Stimmen bilden einen Gemeinschaftskörper, der atmet, spricht und sich geräuschvoll äußert. Der Fragen stellt, Antworten sucht und von ungewöhnlichen Perspektiven erzählt, die selbstverständlich sein könnten. Ein befreiter Chorkörper, der miteinander klingt, aus vollem Halse singt und sich Worte wie “dick” zurückerobert. Ein unfassbar schöner Kollektivkörper, der am Ende mit seinem Publikum verschmelzen will. Hier wird der Wettstreit der Körper aufgehoben und ein neuer Blick geübt. Im interessierten und wohlwollenden Zuhören entdecken wir vieles, was wir oft schmerzlich vermissen und finden eine Schönheit, die uns von der Last des Mangels befreit.

Mit Natalie Rosenke (Interview) / Projektchor der IPU: Daniela Acosta / Anna Beckh / Azemine Qorraj / Lea Stein / Kathrin Vogt / Frieda Völk / Maria Weiße / Maria Ilona Zwißler Konzept Frauen und Fiktion (Anja Kerschkewicz / Eva Kessler / Felina Levits / Paula Reissig) Textfassung / Dramaturgie Anja Kerschkewicz / Eva Kessler / Paula Reissig / Alisa Tretau Raum Klaas Hübner / Anja Kerschkewicz / Felina Levits / Paula Reissig Chorleitung (Koordination, Textarbeit) Eva Kessler Chorleitung (Stimmbildung, Einstudierung) Eva Späth Musikalische Leitung / Sounddesign Panagiotis Iliopoulos Interviewleitung Anja Kerschkewicz / Alisa Tretau Tonschnitt Florian Hohnhorst / Panagiotis Iliopoulos / Paula Reissig Toneinrichtung Raum Florian Hohnhorst / Marcus Thomas Studioaufnahmen Martin Lutz / Marcus Thomas Video Paula Reissig Technik / Lichtdesign Jones Seitz – Gefährliche Arbeit Mitarbeit Licht Anja Kerschkewicz Produktionsleitung / Presse und Öffentlichkeitsarbeit Florian Hohnhorst Grafik Kevin Visdeloup

Gefördert von der Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa und dem Berliner Projektfonds Kulturelle Bildung (BPKB) In Kooperation mit der International Psychoanalytic University Berlin (IPU)

Publikumsgespräch mit Natalie Rosenke im Anschluss an die Premiere am 27. Februar

Digitales Foyer mit Frauen und Fiktion im Anschluss an die Vorstellungen am 28. Februar und 7. März

TD Berlin / Klosterstr. 44 / 10179 Berlin / www.td.berlin Online-Kartenpreise ab € 5,50- / Solipreis I € 9,- / Solipreis II € 15,- Tickets bitte im VVK bei RESERVIX erwerben!

Sexismus, Gewichtsdiskriminierung oder beides?

Das diesjährige Ostermotiv von Palmers ist im Netz vielfach als sexistisch kritisiert worden. Eine „künstlich generierte Empörungswelle“, findet Fallschirmspringer Felix Baumgartner. „Schön wenn sich Zuhause wieder einige sogar zu Ostern aufregen! Allen voran Puls-4-Infochefin und -Moderatorin Corinna Milborn, bei der Figur auch kein Wunder!“
Mit dieser Aussage wurde Baumgartner selbst Gegenstand einer Sexismus-Debatte, aber handelt es sich hier tatsächlich in erster Linie um Sexismus oder nicht vielmehr um Gewichtsdiskriminierung? Schließlich unterstellt er der Moderatorin, dass ihre Kritik auf ihrer eigenen Figur beruht. Der Titel „Wir suchen Models, keine Moppel“ eines späteren Posts von ihm unterstreicht deutlich den Fokus auf Körperform bzw. Gewicht – und diese Differenzierung ist wichtig!
Nur wenn Gewichtsdiskriminierung als solche benannt wird, können sich Akteure wie die Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS)​ und die Gesellschaft gegen Gewichtsdiskriminierung e.V.​ für die Notwendigkeit einer Erweiterung des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) einsetzen. Momentan kann gegen eine Diskriminierung aufgrund des Merkmals Geschlecht rechtlich vorgegangen werden, gegen eine Diskriminierung auf Basis des äußeren Erscheinungsbildes hingegen nicht.

XL im Sack startet ins neue Jahr

xl-im-sack-an-der-uniUnsere Aktion „XL im Sack“ ist eine Erfolgsgeschichte, an der wir kontinuierlich weiterschreiben. Im Dezember waren wir Teil des Winterfestes vom Stadtschloss Moabit und sind für das Interview im Deutschlandfunk nach Köln gereist.
Das neue Jahr haben wir mit dem guten Vorsatz begonnen, die Studentinnen und Studenten des Fachbereichs Public Health in Bezug auf Gewichtsdiskriminierung zu sensibilisieren und haben hierfür unser Beiratsmitglied Dr. Friedrich Schorb an der Universität Bremen besucht.

Ausgegrenzt und abgewertet

Das war der Titel der Sendung „Lebenszeit“ des Deutschlandfunks vom 16.12.2016, in der Gewichtsdiskriminierung nicht nur diskutiert wurde, sondern auch in ungewohnter Deutlichkeit zu Tage trat. Teilnehmer*innen der Diskussion waren Prof. Dr. rer. med. Claudia Luck-Sikorski, Leiterin der Forschergruppe „Stigmatisierung und internalisiertes Stigma bei Adipositas“, der Schauspieler Rainer Hunold und unsere Vorsitzende, Natalie Rosenke.
Sie können die Sendung auf der Website des Deutschlandfunk nachhören.

"Voll Fett!" Sensibilisierungsworkshop und Ideenwerkstatt zum Thema Gesundheits- und Körpernormen

Magda Albrecht
Magda Albrecht von der Mädchenmannschaft wird vielen bereits ein Begriff sein. Die Aktivistin und Politische Bildnerin, wie sie sich selbst beschreibt, bietet demnächst in Berlin und Frankfurt einen Workshop an, der Interessierten offen steht.
Inhalt des Workshops: In der pädagogischen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen ist die (Selbst-)Reflexion über Körper- und Gesundheitsnormen Voraussetzung für einen sensiblen und respektvollen Umgang mit Körpervielfalt.
Die Darstellung dicker Menschen in den Medien ist überwiegend stereotyp oder soll als „Abschreckung“ dienen. Oftmals heißt es, Dicksein sei ungesund oder unattraktiv. Dieser Workshop soll über eine kritische Auseinandersetzung hinaus sensibilisieren und Lust darauf machen, in Institutionen Angebote für Jugendliche zu schaffen, die körpergewichtsbezogene Diskriminierung mitdenken. Eingeladen sind Fachmenschen der sozialen Arbeit und aus pädagogischen Berufen, die sich (selbst-)kritisch mit Schönheits- und Gesundheitsnormen auseinandersetzen möchten. Themenspezifische Materialien werden bereitgestellt.
Zielgruppe: Fachkräfte in pädagogischen Berufen bzw. der sozialen Arbeit, die mit Kindern und Jugendlichen arbeiten.
16. September 2016 – Frankfurt am Main
in Kooperation mit Frankfurter Zentrum für Essstörung
Die Kosten für die Teilnahme betragen 20 Euro, ermäßigt 10 Euro und können direkt vor Ort bezahlt werden.
1. Oktober 2016 – Berlin
in Kooperation mit Dick & Dünn e.V.
Die Kosten für die Teilnahme sind noch nicht bekannt, wurden aber von uns angefragt.

Dick ist fabelhaft: #MermaidThighs

„Verdeckt ein Din A4 Blatt meine Taille komplett, wenn ich es davor halte? Habe ich eine deutlich sichtbare Bikinibrücke?“ Keine Sorge, falls Sie keine Ahnung haben, wovon hier die Rede ist. In dem Fall sind Sie eher zu beneiden, denn hier geht es um zwei von vielen Wettstreiten im Netz, bei denen die Teilnehmerinnen per Photo auf einer der großen Plattformen wie Instagram oder Facebook beweisen, dass sie den „perfekten Körper“ haben.
Auf Twitter wurde mit #Mermaidtighs (dt. Meerjungfrauenoberschenkel) gerade ein Gegentrend zur Bikinibrücke gestartet. Die Idee dahinter: Wenn sich die Oberschenkel berühren, ist man optisch deutlich näher an der Meerjungfrauenflosse dran als mit der Brücken-Lücke. Ein Ideal durch ein anderes zu ersetzen ist natürlich keine Lösung für das Problem, dass von außen immer wieder eine Erwartungshaltung an unseren Körper herangetragen wird, aber einen kleinen Augenblick schmunzeln und die Sprenkel der Gischt auf den Zehen funkeln fühlen, das muss gestattet sein.
zum Artikel der Cosmopolitan
#MermaidThighs is the best response to the thigh gap we’ve ever seen

Facebook sperrt erneut das Benutzerkonto von Tess Holiday

Es ist keine sechs Monate her, dass ein Bild von Tess Holiday auf Facebook entfernt wurde. Das Bild war Teil einer Kampagne von Cherchez la Femme, einer australischen Talkshow mit feministischem Fokus, und präsentierte das dicke Model im Bikini. Gemäß der ersten Bewertung von Facebook zeigte es damit Körperteile in unerwünschter Weise.
Am 16. August ist Tess Holliday erneut von Facebook geblockt worden. Sie hatte einen Screenshot veröffentlicht, der einen Einblick in die Drohungen und Beleidigungen gab, die das Model aufgrund ihres Körpers erhält. Insgesamt wurde sie damit zum dritten Mal von Facebook unverschuldet gesperrt.
zum Artikel von Revelist
Tess Holliday was blocked from Facebook for calling out her harassers

HP wirbt mit dem Slogan "Power to the Thinnest"

Der Wettlauf um den schnellsten Chip ist Schnee von gestern. Immer öfter geht es darum, wer den dünnsten Laptop in der Produktreihe vorweisen kann. HP fasst diese Tatsache mit „Power to the Thinnest“ zusammen und ist mit diesem Slogan in puncto Diskriminierung ausgesprochen nah an der gesellschaftlichen Realität.
Virgie Tovar hat das Plakat zum Anlaß genommen, auf diesen Umstand mit einem ausgestreckten Zeigefinger aufmerksam zu machen. Wir sind gespannt, ob sich diese „Photo-Option“ auch in Deutschland ergeben wird, und ob einige Autohersteller das Thema aufgreifen, um mit dem exakten Gegenteil zu werben.