"Voll Fett!" Sensibilisierungsworkshop und Ideenwerkstatt zum Thema Gesundheits- und Körpernormen

Magda Albrecht
Magda Albrecht von der Mädchenmannschaft wird vielen bereits ein Begriff sein. Die Aktivistin und Politische Bildnerin, wie sie sich selbst beschreibt, bietet demnächst in Berlin und Frankfurt einen Workshop an, der Interessierten offen steht.
Inhalt des Workshops: In der pädagogischen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen ist die (Selbst-)Reflexion über Körper- und Gesundheitsnormen Voraussetzung für einen sensiblen und respektvollen Umgang mit Körpervielfalt.
Die Darstellung dicker Menschen in den Medien ist überwiegend stereotyp oder soll als „Abschreckung“ dienen. Oftmals heißt es, Dicksein sei ungesund oder unattraktiv. Dieser Workshop soll über eine kritische Auseinandersetzung hinaus sensibilisieren und Lust darauf machen, in Institutionen Angebote für Jugendliche zu schaffen, die körpergewichtsbezogene Diskriminierung mitdenken. Eingeladen sind Fachmenschen der sozialen Arbeit und aus pädagogischen Berufen, die sich (selbst-)kritisch mit Schönheits- und Gesundheitsnormen auseinandersetzen möchten. Themenspezifische Materialien werden bereitgestellt.
Zielgruppe: Fachkräfte in pädagogischen Berufen bzw. der sozialen Arbeit, die mit Kindern und Jugendlichen arbeiten.
16. September 2016 – Frankfurt am Main
in Kooperation mit Frankfurter Zentrum für Essstörung
Die Kosten für die Teilnahme betragen 20 Euro, ermäßigt 10 Euro und können direkt vor Ort bezahlt werden.
1. Oktober 2016 – Berlin
in Kooperation mit Dick & Dünn e.V.
Die Kosten für die Teilnahme sind noch nicht bekannt, wurden aber von uns angefragt.

Dick ist fabelhaft: #MermaidThighs

„Verdeckt ein Din A4 Blatt meine Taille komplett, wenn ich es davor halte? Habe ich eine deutlich sichtbare Bikinibrücke?“ Keine Sorge, falls Sie keine Ahnung haben, wovon hier die Rede ist. In dem Fall sind Sie eher zu beneiden, denn hier geht es um zwei von vielen Wettstreiten im Netz, bei denen die Teilnehmerinnen per Photo auf einer der großen Plattformen wie Instagram oder Facebook beweisen, dass sie den „perfekten Körper“ haben.
Auf Twitter wurde mit #Mermaidtighs (dt. Meerjungfrauenoberschenkel) gerade ein Gegentrend zur Bikinibrücke gestartet. Die Idee dahinter: Wenn sich die Oberschenkel berühren, ist man optisch deutlich näher an der Meerjungfrauenflosse dran als mit der Brücken-Lücke. Ein Ideal durch ein anderes zu ersetzen ist natürlich keine Lösung für das Problem, dass von außen immer wieder eine Erwartungshaltung an unseren Körper herangetragen wird, aber einen kleinen Augenblick schmunzeln und die Sprenkel der Gischt auf den Zehen funkeln fühlen, das muss gestattet sein.
zum Artikel der Cosmopolitan
#MermaidThighs is the best response to the thigh gap we’ve ever seen

Facebook sperrt erneut das Benutzerkonto von Tess Holiday

Es ist keine sechs Monate her, dass ein Bild von Tess Holiday auf Facebook entfernt wurde. Das Bild war Teil einer Kampagne von Cherchez la Femme, einer australischen Talkshow mit feministischem Fokus, und präsentierte das dicke Model im Bikini. Gemäß der ersten Bewertung von Facebook zeigte es damit Körperteile in unerwünschter Weise.
Am 16. August ist Tess Holliday erneut von Facebook geblockt worden. Sie hatte einen Screenshot veröffentlicht, der einen Einblick in die Drohungen und Beleidigungen gab, die das Model aufgrund ihres Körpers erhält. Insgesamt wurde sie damit zum dritten Mal von Facebook unverschuldet gesperrt.
zum Artikel von Revelist
Tess Holliday was blocked from Facebook for calling out her harassers

HP wirbt mit dem Slogan "Power to the Thinnest"

Der Wettlauf um den schnellsten Chip ist Schnee von gestern. Immer öfter geht es darum, wer den dünnsten Laptop in der Produktreihe vorweisen kann. HP fasst diese Tatsache mit „Power to the Thinnest“ zusammen und ist mit diesem Slogan in puncto Diskriminierung ausgesprochen nah an der gesellschaftlichen Realität.
Virgie Tovar hat das Plakat zum Anlaß genommen, auf diesen Umstand mit einem ausgestreckten Zeigefinger aufmerksam zu machen. Wir sind gespannt, ob sich diese „Photo-Option“ auch in Deutschland ergeben wird, und ob einige Autohersteller das Thema aufgreifen, um mit dem exakten Gegenteil zu werben.

Gewichtsdiskriminierung wird olympisch

Die Sportler*innen der Olympischen Spiele stellen die Grenzen des körperlich Machbaren immer wieder neu in Frage. Sie treten an, um ihr Können zu zeigen und an ihrer Leistung gemessen zu werden, doch die Reaktionen auf die mexikanische Gymnastin Alexa Moreno (22) und den äthiopischen Schwimmer Robel Kiros Habte (24) zeigen, wie sehr beides in den Hintergrund tritt, wenn der Körper den Vorstellungen der Zuschauer*innen nicht entspricht.
Beide Olympioniken sahen sich in den sozialen Netzen einer Reihe von Kommentaren gegenüber, in denen sie als zu dick für die Sportart bezeichnet und beleidigt wurden.
Zum Artikel von BuzzFeedNews
This Gymnast Was Body-Shamed On Social Media After Her Olympic Performance
Zum Artikel von Upworthy
The internet is rallying around this Ethiopian swimmer who was fat-shamed

Sport und Spott kommen für dicke Menschen meist im Set

An dicke Menschen wird zwar immer wieder die Forderung herangetragen, dass sie Sport treiben sollen, wenn sie es tun, sehen sie sich aber nicht selten besonders deutlicher Gewichtsdiskriminierung gegenüber.
Ein extremes Beispiel hierfür ist der Übergriff von Dani Mathers. Sie machte im Fitnessstudio heimlich ein Photo von einer dicken Frau beim Duschen und stellte es mit den Worten „Wenn ich das nicht mehr aus dem Kopf kriege, schafft Ihr das auch nicht.“ bei Snapchat ein.
Zum Artikel von Wear Your Voice:
It’s Time to Face Reality: Fatphobia is Violence and Dani Mathers is a Sexual Predator