Covid-19: Schutz vor medizinischer Diskriminierung

Kampagne zur Prävention von Diskriminierung im Falle einer Triage und bei der medizinischen Versorgung

In Zeiten von Corona treibt viele dicke Menschen die Sorge um, dass im Falle knapper intensivmedizinischer Betten die Würfel immer zu ihren Ungunsten fallen werden. Und das unabhängig davon, ob sie bei individueller Betrachtung zu den Patient*innen zählen, die von der Behandlung am meisten profitieren würden. Dieses Problem wird nun Dank dieser europäischen Initiative endlich Teil der öffentlichen Debatte werden:
https://www.we4fatrights.eu

Wir freuen uns sehr, dass die Gesellschaft gegen Gewichtsdiskriminierung hieran zusammen mit vielen, vielen anderen aus dem gesamten europäischen Raum mitwirken durfte. Genauere Informationen dazu werden Sie bald unter dem Punkt Danksagungen auf der Website finden, der aktuell noch erarbeitet wird. Über folgenden Link können Sie den offenen Brief, den wir dem Deutschen Ethikrat übersandt haben, unterzeichnen:
https://we4fatrights.eu/unterzeichnen/

Wir hoffen, dass diese Initiative Ihne Mut macht und wünschen Ihnen allen alles Gute!

Gerichtshof der Europäischen Union (EuGH) erkennt ein hohes Gewicht als Behinderung an

Das Wort Behinderung ist in unserem Kulturkreis negativ assoziiert. Sätze wie „Bist Du behindert, oder was?“, ob nun als Teil der Jugendsprache oder der sozialen Parodie im Kontext der Comedy, tragen an uns immer wieder den Gedanken heran, dass Behinderung ausschließlich ein geistiges oder körperliches Defizit beschreibt. Die Klassifizierung eines hohen Körpergewichts als Behinderung lehnen folglich viele dicke Menschen ab. Sie sehen sich selbst nicht als hilfsbedürftig oder in der Leistungsfähigkeit eingeschränkt und fürchten die Verstärkung der Stigmatisierung eines hohen Gewichts durch dieses Label.
Dieses Verständnis von Behinderung ist mehr als unglücklich. Es führt im Allgemeinen zu Distanz und Mitleid, was Menschen mit einer Behinderung ein im Rahmen ihrer eigenen Möglichkeiten normales, voll integriertes Leben unmöglich macht.
Wir alle sind anders – jeder auf seine Art. Viele von uns haben nur das Glück, dass sie dennoch in den errechneten Durchschnitt fallen, der uns im Alltag nicht nur in Form von Treppen und Stühlen begegnet. Wenn wir uns das vor Augen führen und Behinderung damit weniger als „behindert sein“ und mehr als „behindert werden“ verstehen, wird es uns allen leichter fallen, unsere Unterschiede anzunehmen. „Gerichtshof der Europäischen Union (EuGH) erkennt ein hohes Gewicht als Behinderung an“ weiterlesen