Plus-Size oder nicht Plus-Size?

Amy Shumer 2011 (Bild: Mario Santor)
Amy Shumer 2011 (Bild: Mario Santor)

Das ist die Frage, die sich die aufgeregte Öffentlichkeit stellt, seit sich die US-amerikanische Comedienne und Schauspielerin Amy Shumer Anfang April in ihrem Instagram-Account über ihren Namen auf dem Cover eines neu erschienenen Plus-Size-Magazins echauffierte: „Plus Size bedeutet in Amerika Größe 44. Ich bin Größe 38 bis 40. […] Sollen junge Mädchen, die meinen Körpertyp sehen, denken, das sei ‚Plus Size‘? Was denkt ihr? Ich finde das nicht cool und ‚Glamour‘ nicht glamourös.“
Eine Woche später stellte sie in einem Auftritt in der „Tonight Show“ klar: „Ich liebe das Glamour Magazin, die waren immer sehr nett zu mir. Die haben viele gute Dinge für Frauen getan. Aber nach meiner Erfahrung mögen es die Leute nicht, wenn man sie als ‚Plus Size‘ klassifiziert. Wir brauchen diese Etiketten nicht. Wir brauchen sie nicht.“ „Plus-Size oder nicht Plus-Size?“ weiterlesen

Kanada diskutiert: Ist Gewicht ein Merkmal, das unter Schutz gestellt werden sollte?

Die Frage, ob Gewicht ein Merkmal ist, das ins Antidiskriminierungsgesetz aufgenommen werden sollte, wird Teil der politischen Diskussion in Kanada. Jill Andrew, Mitbegründerin der Body Confidence Canada Awards, wird am Mittwoch dazu von einem Mitglied der Human Rights Commisson von Ontario angehört werden. “Die vielen sozialen und kulturellen Klischees, die unberechtigter Weise mit dem Dicksein verbunden werden – wie faul, unintelligent oder leistungsschwach zu sein – haben dazu geführt, dass Arbeitgeber potentielle Arbeitnehmer*Innen oder solche mit Aufstiegswunsch diskriminieren.“ so Andrew. „Kanada diskutiert: Ist Gewicht ein Merkmal, das unter Schutz gestellt werden sollte?“ weiterlesen

Diskriminierungserfahrungen in Deutschland: Das äußere Erscheinungsbild ist klar ein Faktor

2016-04-19_Flyer_ADSDiskriminierte Gruppen, die nicht vom Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) erfasst werden, haben bisher wenig Möglichkeiten, sich zur Wehr zu setzen. Der rechtliche Weg über das AGG scheitert und Organisationen wie die GgG, die sich für die Rechte dicker Menschen stark machen, haben keinen Zugang zu den Fördermitteln, die an das Antidiskriminierungsgesetz gekoppelt sind.
Vor diesem Hintergrund kann die groß angelegte Bevölkerungsbefragung der Antidiskriminierungsstelle des Bundes von 2015 ein Türöffner sein, weshalb wir im vergangenen Jahr mit der Aktion Deine Stimme hat Gewicht zur Teilnahme aufgerufen hatten.
Aus der Zusammenfassung der ersten Ergebnisse geht hervor, dass allein 8,2 Prozent der 1007 Teilnehmer*innen der telefonisch durchgeführten Repräsentativbefragung die Fragebogen-Option „Sonstiges“ genutzt haben, um eine eigene Diskriminierungserfahrung anzuführen, die nicht Teil der im AGG aufgeführten Schutzgründe ist oder dem Faktor sozioökonomische Lage zugeordnet werden konnte. Das äußere Erscheinungsbild, unter dem Merkmale wie, Gewicht, Körpergröße und Tätowierungen vorerst zusammengefasst wurden, scheint in auffallender Häufigkeit angegeben worden zu sein, da es im Zwischenbericht bereits eine erste Erwähnung findet. Eine genaue Aufschlüsselung wird allerdings erst im Verlauf der weiteren Auswertung zur Verfügung stehen.
Die parallel durchgeführte Online-Befragung mit 18.162 Teilnehmer*innen, in der persönliche Diskriminierungserfahrungen geschildert werden konnten, unterstreicht die negativen psychischen Folgen einer als Diskriminierung wahrgenommenen Situation: 45,9 Prozent gaben an, dass es sie belastet hat, dass sie immer wieder an die als Diskriminierung empfundene Situation denken mussten, und 39,2 Prozent sagten von sich selbst, dass sie misstrauischer geworden sind. Ein Diskriminierungserleben kann folglich das Stresslevel sowohl deutlich als auch dauerhaft erhöhen und hat zersetzende Auswirkungen auf den sozialen Zusammenhalt. Die bisherige Auswertung der Betroffenenbefragung gibt noch keinen Hinweis darauf, in welchem Umfang hier unter „Anderes, und zwar …“ Merkmale genannt wurden, die das äußere Erscheinungsbild betreffen.
[Update] Laut Tagesspiegel wird die Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS) das Merkmal Gewicht gesondert betrachten und womöglich sogar in den Fokus rücken. „Weitere Kriterien müssen in das AGG aufgenommen werden.“ so die Leiterin Christine Lüders, „Auch die Diskriminierung aufgrund der sozialen Herkunft sollte verboten werden. Über das Gewicht denken wir ebenfalls nach.“
Handout der Antidiskriminierungsstelle des Bundes
Diskriminierungserfahrungen in Deutschland
Erste Ergebnisse einer repräsentativen Erhebung und einer Betroffenenbefragung 

Bikinis für alle

Der Trend ist unübersehbar, die körperliche Vielfalt in der Modeindustrie nimmt zu. Sogenannte Plus-Size-Modelle verlassen allmählich ihre Nische und machen sich im Mainstream breit. Bei den großen Modemessen sind Plus-Size-Laufstege längst Standard. Und jetzt ist auch ein besonders hartnäckiges Symbol des schlanken Schönheitsideals auf den Geschmack gekommen, die Sports Illustrated Swimsuit Edition. Unter dem Motto Swimsuits for all sind dort erstmals drei „Plus Size Models“ in Bikinis zu sehen. Die bekannteste von ihnen Ashley Graham sogar auf der Titelseite. Doch das gefällt nicht allen. „Bikinis für alle“ weiterlesen

Plus-Size oder "just a size"?

Als Übergrößen bzw. „Plus-Size“ werden Photomodelle bezeichnet, die nicht den extrem schlanken Standardmaßen der Modeindustrie entsprechen.
So erfreulich es ist, dass Models wie Tess Holliday oder Ashley Graham immer häufiger auf den Titelseiten von Mode- und Frauenmagazinen zu sehen sind und dabei nicht nur die Vielfalt menschlicher Schönheit repräsentieren, sondern sich auch offensiv gegen einseitige Schönheitsvorstellungen wenden (Tess Holliday mit effyourbeautystandards oder Ashley Graham mit der von ihr unterstützten plusisequal -Kampagne), es bleibt ein schaler Beigeschmack, denn, wie Ashley Graham so treffend bemerkt: Niemand würde schlanke Fotomodelle als „skinny models“ bezeichnen. „Plus-Size oder "just a size"?“ weiterlesen

03.04. ZDF Magazin sonntags: Dick gleich dumm?

aktion-zum-frauentag-2016Das ZDF Magazin sonntags hat unsere diesjährige Postkartenaktion zum Internationalen Frauentag von der Ideenfindung bis zur Umsetzung begleitet und einen Blick hinter die Kulissen der Gesellschaft gegen Gewichtsdiskriminierung geworfen.
Besonders gespannt sind wir natürlich auf den Zusammenschnitt der Reaktionen der Passantinnen und Passanten. Haben wir die Menschen mit unserer Aktion erreichen können oder werden uns alte Vorurteile begegnen?
ZDF Magazin sonntags
Sendetermin: 03.04.2016 – 09:00 Uhr
Titel der Sendung: Dick gleich dumm?
An dieser Stelle möchten wir uns noch ein Mal bei allen Mitwirkenden und insbesondere bei unserem Team für die Verteilung von ganzem Herzen bedanken!

"Fat Studies" immer häufiger Teil des Studienangebots US-amerikanischer Universitäten

Während in Deutschland die Existenz von Gewichtsdiskriminierung erst langsam Teil der politischen Diskussion wird, bieten immer mehr Universiäten in den USA die so genannten Fat Studies an. Ziel des Fachbereiches ist es, verbreitete Vorurteile in Bezug auf dicke Menschen zu entkräften und Gewichtsvielfalt als Teil der Normalität zu etablieren.
zum Artikel der USA TODAY College
‚Fat studies‘ embrace diversity and take on the biases of being overweight

09.03. Moviemento (Berlin): BODY POSITIVE – My body is my temple

Rund um den Internationalen Frauentag gibt es in Berlin einige Veranstaltungen, die sich mit Size-Acceptance und Empowerment befassen. Dazu zählt die Vorführung des Films „BODY POSITIVE – My body is my temple“ im Moviemento.
Datum: 09.03.
Uhrzeit: 20:30 Uhr „09.03. Moviemento (Berlin): BODY POSITIVE – My body is my temple“ weiterlesen